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„Im Land meiner Kinder“


Schon der ersten Kinofilm des Ecuadorianers Dario Aguirre ("Five Ways to Dario") war eine witzig-freche, aber auch tiefgründig-nachdenkliche Reise an unterschiedlichste Orte auf der Suche nach der eigenen Identität. Auch Aguirres neuer Dokumentarfilm "Im Land meiner Kinder" ist eine Art Roadmovie zu den Orten der Vergangenheit und wichtigen Stationen im Leben des sympathischen Künstlers. Dabei treibt ihn auch diesmal wieder die ungeklärte Frage "Wer bin ich?" An. Im Gegensatz zum 2010 erschienenen Film (damals ging um den Vornamen Dario), schickt sich Aguirre in seiner auf sich selbst bezogenen Dokumentation nun an, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, auf Einladung des ehemaligen Hamburger Oberbürgermeisters Olaf Scholz. Doch dieser scheinbare Formalakt stellt den mit einer Deutschen liierten Aguirre nicht nur vor unverständliche bürokratische Hürden, sondern konfrontiert ihn auch mit seinem bisherigen Lebensweg, seiner Vergangenheit und Gegenwart sowie der zentralen Frage nach nationaler Identität und Integration. "Wer bin ich?" - die immer gleiche Frage, diesmal in der politisch-gesellschaftlichen Dimension der Staatsbürgerschaft.

Aguirre behandelt in seinem Film eine äußerst aktuelle wie brisante Thematik rund um Integration, Identität und Internationalität. Wer dabei aber eine schwerfällige, sachlich-nüchterne Abarbeitung erwartet, sieht sich gleich von der ersten Sekunde an eines Besseren belehrt. Es ist die witzige und lockere Art, mit der Aguirre sich des Themas annimmt, die den Film sehenswert macht. Dabei bleibt Aguirre mitnichten nur an der Oberfläche, sondern er stellt durchaus einige fundamentale Grundsatzfragen, konfrontiert die Menschen mit ihren Vorurteilen und ergründet, was Integration und Identität wirklich bedeuten, im Alltag ganz normaler Menschen - fernab von jeglicher politischer Wunschvorstellung. So gelingt es dem Künstler und Filmemacher, die Sympathie der Kinozuschauer von Anfang an auf seine Seite zu ziehen und völlig neue Perspektiven zu eröffnen. Sympathisch, aber dennoch seriös, unterhaltsam, aber dennoch nachhaltig - Aguirres zweiter Film der Reihe "Wer bin ich?" schließt nahtlos an "Five Ways to Dario" an, übertrifft diesen aber filmisch und in seiner Inhaltstiefe um ein Vielfaches.


Aktuell in den deutschen Kinos.

Foto: ©Helena Wittmann, Büchner Filmproduktion